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Graue Nachbarn beim Winzerfest
Von Hartmut
Oh nee, die ganzen Menschenmassen, die sich auf Sachsens Straßen quälen und immer wieder noch mehr Leute, tun sich aus ihren Autos schälen, Weinböhla’s Straßen voller Menschen, die kannst’e lange nicht mehr zählen!
Die vielen Beene und auch Köppe, die vor mir durch die Straßen wogen, sie drängeln sich entlang an Ständen, von rechts sind noch mehr eingebogen und alle woll’n zum Winzerfeste, um dort den guten Wein zu loben.
Das Winzerweinfest auf der Straße, sieht tausende sich amüsieren, sie stehn an Buden und an Ständen, tun all den Krempel inspizieren, doch ich geh’ weiter durch die Leiber, die riechen, dünsten, transpirieren.
Ich fühl’ mich hilflos in der Menge, die mich bedrängt beim ziellos Wälzen, ich meide schweißverklebte Leiber, die hochgestylt vorüber stelzen, halt Ausschau nach ’ner ruhigen Stelle, um mich zu retten vor’m Zerschmelzen.
Da endlich steht ein Zelt am Wegrand, die Menschen davor fröhlich lachen, ich finde auch ein kleines Plätzchen, um mir’s darauf bequem zu machen, hier sitz’ ich abseits all der Leute und hör’ den Rummel nicht mehr krachen.
Im Zelt muggen die GRAUEN NACHBARN, der Pif, der Siggi, Karl und Hansi, ich hör’ ganz viele Lieblingslieder und manchmal tut auch jemand tanzi, ein Bierchen hab’ ich mir genehmigt, das spül’ ich mir in meinen Wanzi.
Kein Volksfest ohne Bratwurst essen, der schlanke Wurschtleib tut mir locken, der Siggi sang ein Lied der Puhdels, die meisten blieben trotzdem hocken, erst als sie was von Seefahrt spielten, da wehten wieder Weiberlocken.
Oh ja, es war ein fröhlich Lachen, die GRAUEN NACHBARN rockten weiter, ein Weib aus Striegistal tat filmen, mit Fremden auf der Linse – leider, und hinter ihr die Fan – Gemeinde war so wie ich, beschwibst und heiter.
Ach, is’ das scheen, mal nur zu gucken und manchmal auch ein Bild zu knipsen, ich trink’ mein kühles schönes Bierchen und bleibe dabei meistens sitzen, nur wenn die NACHBARN lustig spielen, geh’ ich mal hin und laß’ es blitzen.
Ja, wenn das Wasser von der Elbe wie goldner Wein wär, wie vom Rhein, da kämen noch mehr Menschenmassen und schenkten ihn sich kräftig ein – statt Wein hab’ ich drei Bier gepichelt und irgendwann fuhr man mich heim.
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